Watvögel - Uferschnepfe und Großer Brachvogel

Laute Stimmen im Matsch

Viele Vögel rufen ihren eigenen Namen. Naja, eigentlich haben natürlich wir Menschen sie nach ihrem Ruf benannt. Das ist so beim Uhu oder beim Kuckuck, und ein bisschen auch bei der Uferschnepfe. Das heißt, die ruft natürlich nicht: "Uferschnepfe", aber ihren Beinamen - Greta, oder wie im Niederländischen: Grutto - den scheint sie im Flug oft zu rufen. Finden Sie nicht auch? Diesen sehr charakteristischen Ruf kann man hier in der Hetter etwa ab Mitte März hören, wenn die Vögel aus ihren Winterquartieren in Afrika hier eintreffen. Äußerst erstaunlich dabei: Brutpaare, die oft ein Leben lang zusammen bleiben, treffen fast zeitgleich ein, auch wenn sie in unterschiedlichen Quartieren überwintert haben. Hier in den Feuchtwiesen der Hetter finden die Tiere nach den umfangreichen Bemühungen des EU-geförderten Life-Projekts gute Lebensbedingungen für die Brut und Kükenaufzucht. In den feuchten Böden können sie mit ihren drucksensiblen, langen, spitzen Schnäbeln nach Leckerbissen wie Würmern oder Schnecken stochern - wer an dieser Stelle fragt, warum die Böden dafür feucht sein müssen, der kann gern versuchen, in harter, trockener Erde mit seinem Finger ein Loch zu bohren. Die Küken gehen als Nestflüchter vom ersten Tag an selbst auf Nahrungssuche und brauchen blütenreiche Wiesen, um kleine Insekten zu finden. Für den Artbestand ist es daher überlebenswichtig, dass die Wiesen möglichst spät gemäht werden. Von den Schutzmaßnahmen für die Uferschnepfe profitiert natürlich nicht sie allein.

Andere Wiesenwatvögel wie der Große Brachvogel brauchen die feuchten Wiesen ebenso. Auch er stochert mit seinem langen dünnen, markant gekrümmten Schnabel im schlammigen Boden nach Nahrung. Seine Stimme ist sehr prägnant und vielfältig, wie zum Beispiel hier im Balzgesang. Der Flugruf unterscheidet sich in der Betonung. Mit ein bisschen Fantasie kann man ihn hier seinen englischen Namen - Curlew - rufen hören. Die Bestände von Uferschnepfe und Großem Brachvogel sind vor allem durch und sinkende Grundwasserstände stark gefährdet. Die kommen durch die sogenannte Rheinsohleerosion zustande. Durch seine Begradigung fließt der Rhein viel schneller, reißt immer mehr Kies mit sich und gräbt sich so immer tiefer in sein Flussbett ein. Damit sinkt der Grundwasserspiegel, die Wiesen werden trockener, dadurch intensiver bewirtschaftet und gehen so als Lebensraum für die Watvögel verloren. Hier in der Hetter wird nun gegengesteuert, um die wohltönenden Stimmen dieser Tiere auch in Zukunft zu hören.

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