Vom Taucher zum Kunstflieger

Libellen

Stellen Sie sich vor, Sie müßten die Welt aus 30.000 Augen sehen und dabei sechs Beine und vier Flügel koordinieren. Das wäre vermutlich ganz schön kompliziert und würde mit ziemlichen Kopfschmerzen enden. Libellen schaffen das mühelos und sind dabei so zierlich und elegant, dass sie ab und zu mit Elfen in Verbindung gebracht werden. Dabei können Libellen beeindruckend groß werden. Die Große Königslibelle zum Beispiel bringt es auf etwa 10 cm Flügelspannweite. Fliegt ein solches Exemplar an Ihnen vorbei, können sie die Flügel rascheln hören. Schlanklibellen wie die Azurjungfern werden etwa halb so groß, sind aber nicht weniger beeindruckend.

Allein die Farbenpracht der Libellen sichert ihnen eine Aufmerksamkeit, die nicht immer zu ihrem Vorteil war. In abergläubischeren Zeiten galten sie als Teufelsnadeln oder Augenstecher - es gab die Ansicht, dass Libellenstiche Pferde töten könnten. Da Libellen nicht stechen können, sind sie also entweder Pazifisten oder der Volksmund hatte einfach unrecht. Libellen sind auf saubere, stille Gewässer angewiesen, denn sie machen eine erstaunliche Entwicklung durch. Die schwirrenden Farbtupfer beginnen ihr Leben als Unterwasserbewohner. Libellenlarven sind Fleischfresser, die andere Insekten, Kaulquappen und dann und wann auch mal einen Jungfisch fangen. Mehr als die Hälfte ihres Lebens bringen sie im Larvenstadium zu, bevor sie an Halmen aus dem Wasser klettern. Dort schlüpfen die fertigen Libellen aus ihrer Larvenhaut, um von nun an ihr Leben als Luftjäger fortzusetzen. Sie fangen ihre Beute im Flug, wobei die zwei Flügelpaare eine echte Hilfe sind. Ihnen verdanken Libellen ihre außerordentliche Beweglichkeit - sie können sogar rückwärts fliegen! Kommen Libellen vor, zeigen sie intakte Lebensräume an - umgekehrt werden sie von Trockenlegung und Verschmutzung in ihren Beständen bedroht. Dieses Artenschutzgewässer wurde unter anderem angelegt, um den Bestand dieser faszinierenden Insekten zu sichern.

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