Eines der ältesten Wappentiere der Welt

Unser Steinkauz

Der Steinkauz ist in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes Tier. Zunächst einmal, weil man ihn in der Regel nicht bemerkt. Die kleinste unserer hiesigen Eulenarten scheint das Versteckspiel erfunden zu haben, denn wenn ihre Vertreter still in Kopfbäumen oder Obstwiesen sitzen, sind sie kaum auszumachen. Als Wappentier des Naturschutzzentrums im Kreis Kleve ist er aber trotzdem wie gemacht. Er ist ein charakteristischer Vogel der niederrheinischen Landschaft, der viele ihrer Merkmale zum Überleben braucht.

Etwa beweidete Obstwiesen, in deren kurzem Gras er seine Beute erspähen kann. Oder die knorrigen Kopfbäume, deren Höhlungen er als Brutstandort wählt. Mit seinen großen Augen ist er ein echter Sympathieträger, was allerdings nicht immer so war. Im antiken Griechenland verkörperte er als Attribut der Göttin Athene noch Weisheit und wurde das Wappentier von Athen. Bei uns wurde er allerdings als Unglücksbote gefürchtet. Man sah ihn eben nicht - aber man konnte ihn hören. Besonders in Winternächten hörten die Menschen in seinem Ruf ''Kuwitt'' ein klagendes "Komm mit" als Aufforderung an die Sterbenden. Und da in Zeiten vor unserer Zentralheizung im Winter sowieso häufiger gestorben wurde, brachte man den Steinkauz eben mit den Trauerfällen in Verbindung. Heute wissen wir besser Bescheid und schätzen den Platz, den er im ökologischen Gefüge als Mäusevertilger einnimmt. Er hat es sogar wieder auf eine Münze geschafft - die griechische 1-Euro-Münze zeigt das Abbild einer antiken athenischen Drachme mit Steinkauz. Vielleicht haben Sie ja sogar eine dabei!

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