Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein

Vogelschutz am Unteren Niederrhein

Von Duisburg bis zur niederländischen Grenze reicht das Vogelschutzgebiet "Unterer Niederrhein". Mit über 25.000 ha ist es ziemlich groß, doch darf schiere Größe nicht täuschen. Denn "Schutzgebiet" ist leicht gesagt, doch wenn es darum geht, die unterschiedlichsten Interessen zum Vorteil der Vogelwelt unter einen Hut zu bringen, fangen die Probleme an. Selbst die Vögel sind sich ja nicht einig. Wasservögel wie Enten haben andere Bedürfnisse als Kiebitze, diese wieder andere als Steinkäuze und so weiter. Es geht also nicht darum, möglichst große Flächen auszuweisen, sondern mit den ausgewiesenen Flächen jeder heimischen Vogelart den von ihr benötigten Lebensraum zu sichern. Das können extensiv bewirtschaftete Weideflächen sein, Streuobstwiesen und Kopfbäume, feuchte Auenbereiche, die von Altrheinarmen durchzogen sind oder sandig-kiesige Uferbereiche. Das immer wiederkehrende Motiv im Vogelschutz ist deshalb Vielfalt.

Einerseits die Vielfalt der zu schützenden Arten, zunächst aber die dafür grundlegende Vielfalt der Lebensräume. Moderne wirtschaftliche Flächennutzung steht dem mitunter deutlich entgegen. Große, homogene Flächen sind eben einfacher zu bearbeiten als altmodische, kleinteilige Parzellen. Selbst wohlmeinende Freizeitgestaltung kann das Überleben von Vogelarten sehr erschweren. Ohne es zu merken schrecken wir Vögel auf und erschweren damit ihre Nahrungssuche und das Brutgeschäft. Den Interessenausgleich zwischen Vogelschutz, wirtschaftlicher Nutzung und Freizeitinteressen herzustellen, ist eine der Aufgaben des Naturschutzzentrums im Kreis Kleve. Dazu werden alle Gruppen, deren Interessen das Vogelschutzgebiet berühren, in die Koordination der Maßnahmen eingebunden. Mit allen Beteiligten am Tisch ist Naturschutz effektiver zu planen - gerade für das so große und vielgestaltige Vogelschutzgebiet "Unterer Niederrhein".

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