Stauchmoräne

Früher war's hier mal richtig kalt

In Märchen leben Berge manchmal. Dann hat der Monreberg, den Sie dort drüben sehen können, möglicherweise noch gar nicht mitbekommen, dass es uns Menschen gibt – wer weiß schon, wie oft Berge aufwachen und sich mal umschauen? Fest steht, dass der Monreberg in der vorletzten Eiszeit geboren wurde, als an uns Menschen in dieser Gegend überhaupt nicht zu denken war. Seine Geburt war ein ziemlich langwieriger Vorgang, denn eigentlich kommt er gar nicht von hier. Er ist eine sogenannte Endmoräne, und die werden von Gletschern gebildet.

Gletscher fließen wie Flüsse, nur viel, viel langsamer. In der vorletzten Eiszeit gelangten sie aus dem hohen Norden bis hier an den Niederrhein. Bei ihrem Vormarsch schoben sie an ihrer Front lose Felsen, Steine und Sand vor sich her. Je größer und höher der Gletscher war, desto mächtiger war auch der Wall des Gerölls, der vor dem Eis hergeschoben wurde. Zum Glück für uns wurde es aber irgendwann wieder wärmer. Zunächst stoppten die Gletscher, weil sich Abtauen und nachschiebendes Eis die Waage hielten. Dann bekamen die steigenden Temperaturen die Oberhand, und das Eis zog sich zurück. Was es natürlich nicht machte, war den ganzen Schutt wieder mitzunehmen, den es hier aufgetürmt hatte. Das haben wir Menschen wohl alles nicht mitbekommen, weil es ziemlich lange dauerte, bis wir nach der Herrschaft des Eises in dieser Gegend Fuß fassen konnten.

Den Monreberg können wir als Überbleibsel dieser Zeit aber noch sehen. Er markiert tatsächlich die ehemalige Eisgrenze und verläuft von hier bis zum Klever Berg. Die riesigen Gletscher der Eiszeit haben sich mit ihren Moränen aber noch viel weiter in die Landschaft geprägt. Der Monreberg ist nur Teil eines ganzen Systems, das noch über den Klever Berg nach Norden und bis über Krefeld nach Süden reicht. So ganz hat uns die Eiszeit noch nicht losgelassen – wir leben mitten in ihren Spuren!

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