Landschaften lesen - Eiszeitmoränen

Landschaften lesen

Neben dem Weg zieht sich eine kleine Anhöhe hin, die auf den ersten Blick wenig Spektakuläres bietet. In unserer ansonsten eher flachen Landschaft sollten uns Anhöhen, Wälle oder Hügel aufmerksam machen, denn meistens stecken Geschichten dahinter. Die Geschichte hinter dem Höhenzug reicht zurück in Zeiten, in denen hier noch nicht einmal Menschen lebten.

Während der letzten Eiszeit schoben sich die Gletscher aus dem Norden bis an den Niederrhein vor. Vom Niederrhein war damals noch längst nicht die Rede – Eis beherrschte unsere Breiten. Die ungeheuren Massen gefrorenen Wassers konnten ganze Landmassen wie Skandinavien herunterdrücken und Täler in Berge schneiden. Auf ihrem Weg nach Süden schoben die Gletscher unvorstellbare Mengen Steine, Felsen und Sand vor sich her, das vor der Gletscherzunge eine Art Wall bildete. Irgendwann hörte der Vormarsch des Eises allerdings auf. Es wurde wärmer, das Eis schmolz langsam und landete endlich in den Meeren. Als Spur blieben die Materialberge zurück, die es vor sich her gedrückt hatte. Reste einer solchen sogenannten Moräne haben wir in diesem kleinen Höhenrücken vor uns. Er zeigt die Position einer eiszeitlichen Gletscherzunge an, die genau bis hierher vorankam, bevor sie den höher werdenden Temperaturen zum Opfer fiel. Da ein solcher Gletscher aber nicht eine gerade Front bildete, sondern in Bögen und Ausbuchtungen auslief, kann das von ihm hinterlassene Relief ziemlich kompliziert sein. Diese Moräne hier zieht sich bis zum Eltenberg hinauf, der – wie könnte es anders sein – ebenfalls Teil der eiszeitlichen Moränenhügelkette ist.

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