FFH-Gebiet

FFH-Gebiet?

Das klingt ein wenig wie der Sendebereich eines Rundfunksenders. Tatsächlich stehen die drei Buchstaben aber für Fauna, Flora, Habitat – lateinisch für Tierwelt, Pflanzenwelt und Lebensraum. Damit wird aber nicht unbedingt deutlicher, worum es geht. Manche Altrheinarme wie hier die Kalflack unterliegen damit einem besonderen Schutz. Sie sind so Teil des EU-weiten Programms zum Erhalt besonderer Lebensräume. Grund dafür ist einmal die Seltenheit der hier lebenden Tier- und Pflanzenarten. Das ist aber nur die halbe Miete. Wichtig ist auch die gegenseitige Abhängigkeit der unterschiedlichen Arten und des Lebensraums voneinander. Genau dieses feine Gleichgewicht verschiedenster Arten macht die Einzigartigkeit der geschützten Gebiete aus.

An Altrheinen wie der Kalflack wird besonders deutlich, wie sehr die Bewohner eines charakteristischen Lebensraumes aufeinander angewiesen sind. Eine typische Pflanzengruppe sind hier Schwimmblattpflanzen wie See- und Teichrosen. Zum Gedeihen benötigen die weißblühenden Seerosen eine Wassertiefe von einem Meter - sogar 4 Meter dürfen es für die gelben Teichrosen sein. Wir können an Pflanzen also erkennen, wie tief ein Gewässer ungefähr ist. Schwimmblätter beeinflussen Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt des Wassers, worauf im Wasser lebende Fische und Insekten reagieren. Manche Fisch- und Insektenarten brauchen die Stängel auch, um ihre Eier daran zu heften. Der krautreiche Charakter der stillen Kahlflack bietet so Spezialisten wie dem Hecht und der Schleie eine Heimat, die genau auf einen solchen Lebensraum angewiesen sind. Die weitgehend intakte Lebensgemeinschaft der Kalflack ist aber mit dem Verschwinden der alten Rheinauen sehr selten geworden. Da ein solcher Lebensraum aber das Besondere der Niederrheinlandschaft ausmacht, war es der EU den besonderen Schutzstatus eines FFH-Gebietes wert. 

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