Eine zurückhaltende Wilde

Die Wild

Obwohl die Wild ihrem Namen so gar keine Ehre macht, kann sie auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Hier, wo sie sich am Fuss des Eltenbergs zu einem kleinen See weitet, kann man erkennen, dass sie vom Rhein vergessen worden ist. Der Rhein umströmte vor Urzeiten den Eltenberg, und als er sein Bett verlagerte, war die Wild alles, was er zurückließ. Heute wird sie zum Teil von der Millinger Landwehr gespeist. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein altes Grenzwerk, das aus mehreren parallel verlaufenden Gräben besteht. Sie sind mit Wasser gefüllt und entwässern Teile der alten Rheinauen. Entlang des Eltenbergs und besonders hier an diesem kleinen See gibt die Wild noch einen wunderbaren Eindruck, wie Auengewässer vor der intensiven Nutzung der Region durch den Menschen ausgesehen haben.

Stille Wasserläufe, die bei Hochwassern beeindruckend anschwellen konnten, waren von Auwäldern umstanden, in denen sich Baumarten wie Weide, Erle und Schwarz-Pappel fanden. Das ruhige Wasser der Wild mit seinem reichen Krautbewuchs und See- und Teichrosen ist auch heute noch ein perfekter Kindergarten für Fische, deren Nachwuchs sich im Rhein selbst nicht wohl fühlt. Auch für Amphibien ist diese Umgebung ideal. Sie wandern zur Paarung zunächst vom Eltenberg ins Wasser, um nach getaner Pflichterfüllung wieder zurück zu klettern. Das ist natürlich für Vogelalrten wie Reiher und Eisvögel so etwas wie ein kostenloses Selbstbedienungsrestaurant, weshalb man sie hier mit etwas Glück beobachten kann. Ihr Weg flussab führt die Wild dann von diesem landschaftlichen Kleinod nach Holland, wo man sich mit ihrem Namen „Oude Rijnstrang“ noch an ihren Ursprung erinnert. Dort wird sie über den Pannerdenschen Kanal schließlich wieder mit dem mächtigen Rhein vereint, zu dem sie einmal gehörte.

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