Kuhfladen als Standortvorteil

Die Bewirtschaftung der Auenlandschaft

Von unserem Standort aus haben wir einen weiten Blick über die offenen Flächen der Hetter. Als Teil der ehemaligen Rheinauen war das Gelände von jeher sehr feucht. Deshalb kam Ackerbau hier nicht in Frage - für die Nutzung blieb nur Weidewirtschaft übrig. Was wir hier um uns haben, ist eine Kulturlandschaft, die durch den Menschen geschaffen wurde. Mähen und Beweidung halten den Bewuchs relativ kurz und verhindern großflächige Verbuschung. Die so entstehenden offenen Flächen bieten mehr Tier- und Pflanzenarten eine Lebensgrundlage, als sie es ohne Bewirtschaftung könnten. Der Hof hier vor Ihnen ist einer der wenigen, der seine Tiere noch in traditioneller Weise weiden lässt. Verbringen Kühe Zeit auf der Weide, schaffen Kuhfladen ein kleinteiliges Mosaik von höherem und niedrigerem Gras, denn wo sie fallen, düngen sie punktuell den Boden.

Fast ist es so etwas wie ein ökologisches Kuh-Roulette. Watvögel nutzen das höhere Gras, um ihr Nest zu verstecken. Die Küken nutzen diese Bereiche als Deckung, sind zur Nahrungssuche allerdings wieder von offenem und lückigem Bewuchs abhängig. Durch den Preiskampf auf dem Milchmarkt ist es den Landwirten aber kaum noch möglich, sich dem Trend zu immer größeren Betrieben mit immer mehr Tieren zu entziehen. Kühe werden inzwischen überwiegend im Stall gehalten statt auf der Weide. Das feinabgestimmte Gleichgewicht zwischen Beweidung und Mahd bleibt dabei auf der Strecke. Ohne diese Bewirtschaftungsformen verschwindet das Mosaik aus unterschiedlichsten Kleinlebensräumen. Die darauf angewiesenen Lebensgemeinschaften wandern ab oder sterben aus. Auf lange Sicht kann diese Verarmung unserer Kulturlandschaften dazu führen, dass die billigere Milch die weniger günstige war.

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