Der Wahrsmannshof

Niederrhein zum Anfassen

Was hat es mit den Kopfbäumen auf sich? Und was ist eine Steinkauzröhre? Ist in einem Kiesbeet etwa nur Kies? Was ist hier eigentlich alles unter Wasser los? Und ist der Große Abendsegler ein Vogel oder ein Schmetterling oder was? Und überhaupt: gibt es denn nicht in dieser ganzen schönen geschützten Landschaft vielleicht einen Ort, an dem man den Tieren mal ganz nah kommen darf, an dem man alle Fragen stellen und entdecken kann, was die Niederrheinlandschaft so unverwechselbar macht? Ja den gibt es. Der Wahrsmannshof beim nah gelegenen Reeser Meer lädt  alle Interessierten – Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Menschen mit und ohne Behinderung - herzlich dazu ein, die niederrheinische Natur zu entdecken, zu erforschen und hautnah zu erleben. Im angrenzenden Teich und Baggersee können Gruppen Tiere, Pflanzen oder die Wasserqualität untersuchen, zu Fuß mit  Keschern oder Fangschalen,  mit dem Rollstuhl oder auf der Wilden Gans, einem speziellen, barrierefreien Forschungsschiff. In der zum Seminarraum umgebauten Scheune können die Proben und Fundstücke dann unterm Mikroskop oder mit speziellen Messsonden untersucht werden. Aber nicht nur die Unterwasserwelt ist hier spannend. Das Gebiet  rund um den Wahrsmannshof ist ein typischer Ausschnitt der ursprünglichen niederrheinischen Landschaft, mit  dem alten Hof, den flachen Gewässern, Schafweide, Wiese und Kopfweiden quasi der Niederrhein im Kleinen, und zwar so, wie er – aus Naturschutzperspektive -  idealerweise überall aussehen sollte. Die charakteristischen Kopfbäume etwa, deren Äste früher für Lanzen, Körbe oder Werkzeugstiele verwendet wurden, werden hier regelmäßig beschnitten, damit sie als kostbarer Lebensraum für verschiedenen Tierarten wie den gefährdeten Steinkauz erhalten bleiben. Große Röhren in Bäumen bieten noch zusätzliche Nisthilfen für die scheuen Tiere. Die Trockenmauer und das davor angelegte Kiesbeet simulieren den Lebensraum der selten gewordenen blühenden Weg- und Ackerränder und bieten mit ihren verschiedenen Blumen und Gräsern vielen Insekten Nahrung und Schutz. 2013 wurde der Wahrsmannshof vom RWE und der Stadt Rees für seine nachhaltige Bildungsarbeit mit dem Klimapreis ausgezeichnet. Bei den vielfältigen Programmen und Veranstaltungen kann man hier nicht nur sehr viel lernen und aktiv mithelfen, sondern auch beim anschließenden Grillen an der Feuerstelle die Besonderheit des Ortes genießen. Ach, und bei der Suche nach dem Großen Abendsegler helfen übrigens Scheinwerfer und – Fledermausdetektoren.

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