Vom Streitfall zum Familienpark

Manche Karriere ist nicht planbar

Schon Ende der sechziger Jahre entstanden erste Pläne, Deutschland mit einem neuen Typ Atomkraftwerk aus der Abhängigkeit von ausländischem Uran zu befreien. Das Ergebnis war nach umfangreichen Planungen der sogenannte "Schnelle Brüter" in Kalkar. Da für die Stromerzeugung sehr viel Kühlwasser gebraucht worden wäre, wurde das Kraftwerksgelände unmittelbar an den Rhein gelegt. Der Widerstand aus großen Teilen der Bevölkerung war jedoch so nachhaltig, dass man das Kraftwerk zwar fertigstellte, jedoch nie ans Netz gehen ließ. Überbleibsel der Proteste haben Sie vielleicht schon als Graffiti auf Hauswänden der näheren Umgebung gesehen.

Durch das Engagement des Investors Hennie van der Most wurde auf dem Gelände des Kraftwerks schließlich im Jahr 2000 mit dem "Kernwasser-Wunderland" eine Tagungsstätte und ein Freizeitpark eröffnet, die bis heute als Wunderland Kalkar und Kernies Familienpark ungewöhnliche Ausblicke auf den Niederrhein ermöglichen. Ein All-inclusive Hotel mit 1000 Betten bietet seitdem Übernachtungen und Tagungen in der Region. Wahrzeichen des Familienparks ist der "Vertical Swing" im ehemaligen Kühlturm. Sie können von hier beobachten, wie das Kettenkarussell über die Kühlturmkrone fährt und die Fahrgäste herumwirbelt. Vielleicht bekommen Sie ja selbst Lust, dieses Abenteuer auszuprobieren und die weite Auenlandschaft aus fast 60 Metern Höhe an sich vorbeifliegen zu sehen. Sollte es Ihnen zu abenteuerlich sein - kein Problem! An der Außenseite des Kühlturms können Sie sich Ihren Ausblick selbst erklettern - fragen Sie an der Kasse des Parks nach. Daneben bietet Kernies Familienpark besonders Kindern noch 40 weitere Attraktionen. Mit dieser Nutzung hatte 1973 niemand gerechnet, als hier der Grundstein für den Brüter gelegt wurde.

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