Haus Empel

Wie sich die Zeiten ändern!

Versteckt hinter den Bäumen liegt wie ein verwunschenes Schloss die Burgruine Empel. An der Höhe der Überreste und den großen Fenstern kann man noch erahnen, was für ein eleganter und beeindruckender Bau die Burganlage einmal gewesen sein muss. Als Burg Empel im 14. Jahrhundert das erste Mal erwähnt wurde, war sie ein trutziger Wehrbau. Der Klever Graf und der Kölner Erzbischof rangelten hier um die Vorherrschaft. Wer auch immer in solch interessanten Zeiten auf der Burg saß, musste mit Ärger rechnen, weshalb der Bau damals noch ziemlich abweisend gewirkt haben dürfte. Mit einer Burgkapelle leistete man sich allerdings etwas Extravaganz. Aber wie gesagt, Zeiten ändern sich und irgendwann kann man sich auch ein wenig Komfort gönnen. Große Glasfenster und ein prächtiger Renaissanceerker machten das spätere Haus Empel im 16. Jahrhundert einladender, allerdings wurden die Zeiten nicht einfacher. Die Kämpfe zwischen Spaniern und Niederländern zogen auch Haus Empel in Mitleidenschaft. Der  folgende Dreißigjährige Krieg war bei weitem nicht die letzte Auseinandersetzung, unter der unsere Region zu leiden hatte. Allerdings scheinen die Herren des Hauses Empel Glück gehabt zu haben, denn sie gelangten in den Besitz der Hochgerichtsbarkeit. Anders formuliert: Sie durften über alle Rechtssachen befinden, selbst solche, die mit der Todesstrafe bedroht waren! Damit gehörte Haus Empel zu den unabhängigen Herrschaften, ein Status, auf den man als Adliger ziemlich stolz gewesen ist. Die Bedeutung des Hauses schwand danach allerdings, doch es hatte die Jahrhunderte überdauert – bis zum zweiten Weltrkieg. Was alle Konflikte zuvor nicht geschafft hatten, erledigte diese Katastrophe des 20. Jahrhunderts mit erschreckender Gründlichkeit. Die Bäume verbergen also keine romantischen Überbleibsel des Mittelalters oder der Renaissance vor uns, sondern ein Mahnmal, das uns an unsere jüngste Geschichte erinnert. Falls Sie nun neugierig auf die Ruine geworden sind, gehen Sie bitte nicht auf eigene Faust los. Die Burganlage befindet sich in Privatbesitz. Führungen werden aber von der Stadt Rees angeboten.

Zurück