Die Flutschleuse

Den Wasserstand des Rheins kontrollieren

Was macht sie dort hinten im Deich - mitten auf dem Land? Es ist ein Sommerdeich, der durchaus einmal überflutet werden kann. In dem Fall lässt man den Rhein durch die Schleuse hinein. Liefe der Fluss unkontrolliert über die Deichkrone, wären Beschädigungen und sogar Deichbrüche die Folge. Die Flutschleuse erinnert aber auch an alte Zeiten, als es noch keinen Kunstdünger gab. Im Winter konnte man sie bei Hochwassern öffnen, um den Rhein herein zu bitten. Als höflicher Gast brachte er dann Nährstoffe mit. Wenn man ihn wieder loswerden wollte, geschah das wiederum durch die Schleuse. Bei Rees wurde deshalb sogar einmal auf Betreiben von Bauern in den Banndeich eine Flutschleuse eingebaut, um bestimmte Flächen kontrolliert überschwemmen zu können. Durch einen damals gebauten Deich waren die Hochwässer ausgeblieben und die Böden hatten sich verschlechtert. Aber die Zeiten haben sich geändert. Düngung macht die Überschwemmungen überflüssig und zudem würden sie heute auch nicht gewollte Schadstoffe ablagern. Der Rhein ist also inzwischen ein weniger gern gesehener Besucher. Überschwemmungen sind deshalb seltener geworden, was für die angestammten Lebensgemeinschaften eine ziemliche Herausforderung ist und ihren Bestand bedrohen kann. Manchmal sträubt sich der Rhein jedoch gegen diese Gängelung und zeigt den Anwohnern, dass er immer noch ein gefährlicher Fluss ist. Der Hof der Familien Wickermann nebenan steht nicht umsonst auf einer Warft. Bei Rheinbesuchen ist diese künstliche Erhebung dann eine Insel. Beim großen Hochwasser im Jahr 1995 gelangte der ungebetene Gast bis an die Haustür, so dass man kurz davor stand, Mensch und Tier zu evakuieren. Es ging aber alles glimpflich aus und das Zurückziehen des Wassers wurde ebenfalls durch die Flutschleuse beschleunigt.

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