Einige Rekorde

Die Emmericher Rheinbrücke

Es ist schon seltsam, das etwas so langes zwei Orte viel näher zusammenbringen kann. Ohne die längste Hängebrücke Deutschlands dazwischen wären Emmerich und Kleve viel weiter voneinander entfernt. Als die Brücke 1965 fertiggestellt wurde, war sie eine unglaubliche Erleichterung für den Verkehr in der Region – ohne Brücke ist der Rhein doch eher ein Hindernis. Die Länge macht die nördlichste Rheinbrücke Deutschlands auch interessant, besonders für die Konstrukteure. Von unten muß der Fluß bedacht werden, der häufig über die Ufer tritt. Deshalb gibt es keine Brückenrampen, sondern Vorbrücken, die das Überflutungsgebiet des Rheins überspannen. Die Brücke muß aber nicht nur mit ihrer Unterkonstruktion besondere Rücksicht auf die Landschaft nehmen. Oben spielt unsichtbar der Wind eine große Rolle. Die flache Niederrheinlandschaft bietet ihm eine weite Anlauffläche, so daß von Zeit zu Zeit die Emmericher Reinbrücke sogar gesperrt werden muss. Dann sind die 800 Meter Brückenlänge besonders für große Anhänger ein unberechenbares Risiko. Sie können schon einmal wie Spielzeug umgeweht werden. Für Radfahrer ist schon viel schwächerer Wind lästig, wenn er von vorne kommt. Aber gerade an rauheren Apriltagen bietet sich von der Emmericher Reinbrücke ein beeindruckendes Bild. Der Strom ist grau und aufgepeitscht und sieht schon fast aus wie die Nordsee, der er zuströmt. Die Rheinschiffe gischten mit ihrem Bug durch die Wellen, als wollten sie einmal Hochsee spielen. Gemütlicher ist es aber bei ruhigem Sonnenschein. Dann kann man über dem Fluss stehend mit Blicken lange seinem Lauf folgen oder auch das Stadtpanorama von Emmerich aus dieser eher ungewohnten Perspektive auf sich wirken lassen.

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