Wildbienen

Mauerbiene an Apfelblüte

Fast alle Wildbienenarten in Deutschland leben, anders als die Staaten bildende Honigbiene, einzeln. Sie werden deshalb auch Einsiedler- oder Solitärbienen genannt. Einige Arten bauen ihre Niströhren im Boden, andere benötigen vorhandene Hohlräume z. B. in hohlen Pflanzenstängeln, morschem Totholz oder in Ritzen von Hauswänden und Fensterrahmen.

Lebensweise der Wildbienen
Jede weibliche Wildbiene legt eigene Brutkammern mit einzelnen Zellen an, in denen sie ihre Brut allein versorgt. Sie sammelt einen Futtervorrat aus Blütenpollen und Nektar, legt ein Ei auf diesen „Pollenkuchen“ und verschließt die Zellen mit Trennwänden aus Lehm.

Unverzichtbare Bestäuber
Zahlreiche Kultur- und Wildpflanzen, insbesondere auch unsere Obstbäume und Fruchtsträucher (z. B. Himbeeren) sind auf Bestäubung durch Solitärbienen und Hummeln angewiesen. Damit sind Wildbienen ausgesprochen nützlich, auch wenn sie keinen Honig liefern.
Die Pollenkörnchen werden von vielen Bienenarten an den Hinterbeinen gesammelt und zur Brutkammer transportiert. Einige Arten, die sogenannten Bauchsammler, stapeln den Pollen in ihrer bürstenähnlich behaarten Körperunterseite.

Wildbienen haben es heute schwer
In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Wildbienen durch den Verlust geeigneter Nistplätze drastisch gesunken. Gebäudemodernisierungen, Abriss von Viehställen, Beseitigung von Zäunen und Säumen sowie Asphaltierung von Feld- und Forstwegen haben die Nistmöglichkeiten dezimiert. Gleichzeitig ist das Nahrungsangebot in der "aufgeräumten Landschaft" großflächig verarmt. Intensivgrünland und Äcker sind heute grüne Produktionsflächen ohne Wildkräuter und Blüten, auf denen blütenabhängige Insekten verhungern. Umso wichtiger für Wildbienen und die heimische Tierwelt sind bunte Wegränder und Gewässerufer sowie extensiv genutzte, kräuterreiche Wiesen.

Hotel mit Vollpension
Im Hausgarten können einige Wildbienenarten gezielt gefördert werden, indem zum einen das Nahrungsangebot und zum andern das Nistplatzangebot verbessert wird. Blumenbunte Gärten sind wahre Oasen für Wildbienen. Altbekannte Zierstauden wie Wollziest, Glockenblumen und Stockrosen, aber auch hübsche Gewürzkräuter wie Thymian oder einheimische Pflanzen wie Natternkopf oder Beinwell liefern Pollen und Nektar.
Gute Nisthilfen lassen sich aus Hartholzblöcken herstellen. Dazu werden möglichst tiefe Löcher von 3 – 9 mm Durchmesser ins Holz gebohrt ohne die Rückwand zu durchstoßen. Einfacher ist es, aus Gartenbambus Röhren zu schneiden. Diese Röhrchen werden gebündelt oder in Kästchen gestapelt horizontal an einer sonnigen, regengeschützten Hauswand befestigt.
Am Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e. V. in Bienen und am nahegelegenen Trafoturm gibt es eine Reihe unterschiedlicher Nisthilfen zu sehen. Einige davon sind einfach nachzubauen.

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